Vom Landgericht II in Berlin „wegen unbefugten Tragens einer Uniform, Vergehens gegen die öffentliche Ordnung, Freiheitsberaubung, Betruges und schwerer Urkundenfälschung“ zu vier Jahren Gefängnis verurteilt,[3] wurde er von Kaiser Wilhelm II. Daraufhin zog er nach Rixdorf bei Berlin, wo er bei seiner älteren Schwester Bertha und deren Mann, dem Buchbinder Menz, wohnte und in einer Schuhwarenfabrik Arbeit fand. Januar 1977 in Visp (Schweiz), war ein deutscher Autor und Dramatiker, dessen Œuvre allerhand Dramen, Werke in Prosa und viele Reden und Essays sowie vereinzelte Gedichte umfasst. Das kolossale öffentliche Interesse illustriert auch die Tatsache, dass es schon 1906 die ersten Filmversionen der Köpenickiade gab: Noch keine drei Monate waren verstrichen, da lagen bereits drei kurze Streifen (gedreht von Heinrich Bolten-Baeckers, Carl Sonnemann und einem nicht weiter bekannten Schaub) vor, die den Vorfall von Köpenick in dokumentarischer Manier nachstellten und das in ganz Deutschland Aufsehen erregende Thema in die Kinos brachten. Gleichfalls am historischen Tatort findet seit Mai 2000 jeden Mittwoch und Samstag um 11 Uhr ein halbstündiges Straßentheater vor dem Köpenicker Rathaus statt. Verschiedene Verlage 1909, 1931, 1986, 2006. Auch antisemitische Klischees, wie sie bereits in der Kaiserzeit verbreitet waren, greift Zuckmayer (der bekennender Gegner des zur Zeit der Abfassung des Stückes aufkommenden Nationalsozialismus war und dessen Mutter aus einer assimilierten jüdischen Familie stammte) in karikierender Weise auf, so etwa in der Figur des geschäftstüchtigen jüdischen Krämers Krakauer oder in der Darstellung des jüdischen Uniformschneiders Wormser und seines Sohnes, denen er in den Regieanweisungen bestimmte Ausprägungsgrade der „jüdischen Rassemerkmale“ zuschreibt und damit auch das Scheitern der Judenassimilation im Kaiserreich thematisiert. »Der Hauptmann von Köpenick« wird 1931 in Berlin uraufgeführt, 1933 wird durch die Nationalsozialisten ein Aufführungsverbot erteilt. Ebenfalls noch im Jahr 1906 brachte der bekannte Kriminalschriftsteller Hans Hyan einen illustrierten Gedichtband mit dem Titel Der Hauptmann von Köpenick, eine schaurig-schöne Geschichte vom beschränkten Untertanenverstande heraus. […] Beispielsweise, ich hätte keinen Helm getragen! Die Figur wurde von dem Armenier Spartak Babajan entworfen und von der Kunstgießerei Seiler in Bronze gegossen. Seinem Arbeitgeber und seiner Lebensgefährtin Riemer, einer 50-jährigen Fabrikarbeiterin, die im Nachbarhaus der Schwester lebte, erzählte er Ende September von einer angeblichen Erbschaft in Odessa, zu deren Inanspruchnahme er für einige Zeit verreisen müsse. Eine englische Bearbeitung des Zuckmayerschen Dramas entstand 1971 unter dem Titel The Captain of Koepenick (Übersetzer war der englische Dramatiker John Mortimer) und wurde im selben Jahr mit dem bekannten Shakespeare­interpreten Paul Scofield in der Titelrolle in London uraufgeführt. Dank seiner Popularität brachte er es zu einem gewissen Wohlstand und gehörte zu den ersten Besitzern eines Automobils im Großherzogtum, in dem er bisweilen Ausflüge mit seiner Wirtin und deren Kindern unternahm. Kein Volk der Erde macht uns das nach!“ Dieser Ausspruch des Kaisers ist allerdings nicht verbürgt. Ebenfalls noch vor Zuckmayer griff der rheinische Heimatdichter und Redakteur Wilhelm Schäfer das Thema auf und veröffentlichte 1930 einen nur mäßig erfolgreichen Roman über das Leben des Schusters Wilhelm Voigt mit dem Titel Der Hauptmann von Köpenick. Die Soldaten erklärten jedoch: ohne Erlaubnis des Hauptmanns dürften sie weder [139] das Trinken des Kaffees noch das Telephonieren gestatten. Der Hauptmann von Köpenick: Ein deutsches Märchen buch kaufen pdf hörbuch [PDF] Der Hauptmann von Köpenick: Ein deutsches Märchen buch zusammenfassung deutch Der Hauptmann von Köpenick: Ein deutsches Märchen buch inhalt pdf deutsch Der Hauptmann von Köpenick: Ein deutsches Märchen … Dem Chef der örtlichen Polizei gewährte er Urlaub, worauf dieser sein Büro im Rathaus verließ und nach Hause ging, um ein Bad zu nehmen. Extrablätter, Leitartikel und ein bereits am nächsten Tag veröffentlichter Steckbrief verbreiteten die Nachricht von dem dreisten … Dezember 1896 in Nackenheim, Rheinhessen; gestorben am 18. Friedrich Wilhelm Voigt (* 13. Nach der Ankunft in Köpenick übergab er jedem Soldaten eine Mark und ließ sie auf dem Bahnhof zu Mittag essen. Über das Motiv des Überfalls gibt es widersprüchliche Angaben. Jubiläum der Köpenickiade im Jahr 2006 und seither jedes Jahr im Oktober wird das Zuckmayer-Stück im Festsaal des Rathauses Köpenick durch das „Stadttheater Cöpenick“[17] in Szene gesetzt. Das Stück spielt in Berlin zur Zeit des preußischen Kaisers Wilhelm II. Nach seiner Entlassung Anfang 1906 zog Voigt nach Wismar, wo ihm der Anstaltsgeistliche eine Gesellenstelle beim Hofschuhmachermeister Hilbrecht verschafft hatte, bei dem er sich gut führte. 1909 erschien in einem Leipziger Verlag seine Autobiografie: Wie ich Hauptmann von Köpenick wurde. Am 3. Entsprechend hielt auch das (insgesamt „auffallend wohlwollende“)[4] Königliche Landgericht die Behauptung Voigts, er habe es ursprünglich nur auf ein Passformular abgesehen, für „gänzlich unglaubwürdig“. Wilhelm Voigt selbst schreibt in einem Brief an seinen Bekannten Kallenberg, er habe „großes Verlangen und Interesse“ gehabt, sich die Vorstellung anzusehen. Auch eine Figur bei Madame Tussauds wurde ihm zu Ehren aufgestellt. Maximilian Nowka ist der Hauptmann von Köpenick Foto: Ralf Drescher hochgeladen von Ralf Drescher Köpenick. Januar 1910 in Anspielung auf den einige Jahre zurückliegenden Vorfall in Köpenick: „Der König von Preußen und der Deutsche Kaiser muß jeden Moment imstande sein, zu einem Leutnant zu sagen: Nehmen Sie zehn Mann und schließen Sie den Reichstag!“. Dadurch, dass Voigt anders als in der Wirklichkeit die Uniform komplett bei einem Händler erwirbt – eine an sich eher banale Änderung –, bekommt der ‚blaue Rock‘ eine eigene Geschichte. Dass aber eine alte Uniform aus einem Schuster über Nacht einen Hauptmann machen kann, einen Hauptmann mit der Befehlsgewalt, einen … %PDF-1.3 In der elektronischen Bibliothek https://stecktier.de EPUB Gratis können Sie das Buch Der Hauptmann von Köpenick, Verzeichnisse, Zeitschriften und Wörterbücher kostenlos in … Harald Juhnke in Der Hauptmann von Köpenick. Mit Daten zu Leben und Werk, exklusiv verfasst von der Redaktion der Zeitschrift für Literatur TEXT + KRITIK. Download Der Hauptmann von Köpenick PDF / EPUB Elektronische Seitenbibliothek https://stecktier.de PDF Gratis - Bücher kostenlos download! In den Tagen darauf sorgte sein Auftreten in Rixdorf für tumultartige Menschenaufläufe, die sogar das Einschreiten der Ordnungskräfte erforderlich machten. 1961 huet den Zirkus "Sarrasani", bei deem de Voigt ni opgetruede war, d'Grafkonzessioun fir 15 Joer iwwerholl an e Grafsteen opstelle gelooss mat dem Text: "Wilhelm Voigt, genannt Hauptmann von Köpenick, 1850-1922, gewidmet vom Circus Sarrasani, … Dezember 1906 wird Wilhelm Voigt von einer Strafkammer des Landgerichts Berlin II wegen Amtsanmassung, Betrug, Freiheitsberaubung schwerer Urkundenfälschung und unbefugtem Tragen einer Uniform zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Ganz Deutschland lachte über den Geniestreich. 17 Personen wurden binnen zweier Tage wegen Ruhestörung und ähnlicher Übertretungen verhaftet. Im von deutschen Truppen besetzten Luxemburg nahm man ihn kurzzeitig in Gewahrsam und verhörte ihn. Ein deutsches Märchen in drei Akten ist ein Drama von Carl Zuckmayer aus dem Jahr 1931. Das Stück wurde am 5. Schon mit 14 Jahren wurde er wegen Diebstahls zu 14 Tagen Haft verurteilt. “For years the Kaiser has been instilling into his people reverence for the omnipotence of militarism, of which the holiest symbol is the German uniform.”, „Seit Jahren flößt der Kaiser seinem Volk Ehrfurcht vor der Allmacht des Militarismus ein, dessen heiligstes Symbol die deutsche Uniform ist.“. Get this from a library! In seinen letzten Lebensjahren trat Wilhelm Voigt in der Öffentlichkeit nicht mehr in Erscheinung. Der Zirkus Sarrasani kaufte 1961 das Grab von Wilhelm Voigt für 15 Jahre und stiftete zugleich einen Grabstein. Das gestrige Intermezzo lehrt klipp und klar: Umkleide dich in Preußen-Deutschland mit einer Uniform, und du bist allmächtig. Seit 2019 gibt es am Schlossplatz in Köpenick einen Escape-Room, in dem die Geschichte des Hauptmanns von Köpenick nachgespielt werden kann.[18]. Wilhelm Voigt: Wie ich Hauptmann von Köpenick wurde: mein Lebensbild. So forderte der konservative Abgeordnete Elard von Oldenburg-Januschau in einer viel Aufsehen erregenden Reichstags­rede am 29. Pässe wurden nicht im Rathaus, sondern auf dem Landratsamt des Kreises Teltow in Berlin ausgestellt. Inzwischen hatte die Frau Bürgermeister ihrem Mann Kaffee ins Arbeitszimmer geschickt. begnadigt und am 16. Sie marschierten dann zum Rathaus der damals noch selbstständigen Stadt. […] Der Sieg des militärischen Kadavergehorsams über die gesunde Vernunft, über die Staatsordnung, über die Persönlichkeit des einzelnen, das ist es, was sich gestern in der Köpenicker Komödie in grotesk-entsetzlicher Art offenbart hat.“. [5] Als historisch gesichert wird dagegen die Notiz in einem Korrespondentenbericht der Daily Mail angesehen, wonach Wilhelm II. Bei dessen Lektüre soll auch er gelacht und gesagt haben: „Da kann man sehen, was Disziplin heißt. Während seiner Haft wurden die Behörden mit Nachfragen, Grußbotschaften, Autogrammwünschen und Ersuchen um Begnadigung des Übeltäters aus dem In- und Ausland überschüttet. Deutsch: Friedrich Wilhelm Voigt (* 13. Er befindet sich in der Allée des Résistants et des Déportés[15] und kann mit der Straßenbahn erreicht werden (Haltestelle Faïencerie). Februar 1849 in Tilsit; † 3. Garde-Regiments zu Fuß zusammengestellt. Damals gab sich der arbeitslose, vorbestrafte Schuster Wilhelm Voigt als Hauptmann aus. Dieses Ereignis, das auf großes öffentliches Interesse stieß und als die Köpenickiade sprichwörtlich in die deutsche Sprache einging, wurde häufig künstlerisch verarbeitet. This disambiguation page lists articles associated with the title Der Hauptmann von Köpenick… Erst nach dem Abtransport der Gefangenen konnten einige Stadtverordnete das Landratsamt telegrafisch in Kenntnis setzen. Der in der Quittung angegebene Betrag von 4000,70 Mark (statt 3557,45 Mark) erklärt sich nach der Darstellung des Tatgeschehens im Gerichtsurteil dadurch, dass der Rendant versehentlich die von Voigt nicht mitgenommenen Zinsscheine der Köpenicker Stadtanleihe über 443,25 Mark eingerechnet hatte. Ich hielt es aber nicht der Sachlage nach nötig, 17 Stunden lang einen Helm auf dem Kopfe zu tragen zu einer Diensthandlung, die ich bequemer in der Mütze ausführen konnte und wollte.“, Staatliche Stellen reagierten auf den Vorfall, indem sie die Beamten anwiesen, nicht ausschließlich auf die Uniform zu vertrauen, sondern „geeignete Nachweise“ für die Vorgesetztenstellung zu verlangen.[8]. ISBN 3-935843-66-6 (Text auch hier online veröffentlicht) Carl Zuckmayer: Der Hauptmann von Köpenick Angeblich begegnete der Trauerzug einem Trupp französischer Soldaten, die in Luxemburg stationiert waren. The Captain of Köpenick (German: Der Hauptmann von Köpenick) is a satirical play by the German dramatist Carl Zuckmayer. Sehr kluge Leute wohn’n darin, denn Köpenick liegt bei Berlin. Erstmals zum 100. Anders als in Katalogen häufig zu lesen, beruht dieser Film, dessen Kopien im Dritten Reich größtenteils vernichtet wurden, natürlich nicht auf dem bekannten Drama Zuckmayers, das ja erst einige Jahre später entstand. Eine weitere dramatische Umsetzung des Stoffes in Form der 1932 ebenfalls unter dem Titel Der Hauptmann von Köpenick erschienenen Komödie von Paul Braunshoff blieb dagegen weitestgehend unbekannt. Auf die Frage des Truppführers, wer denn der Tote sei, antwortete die Trauergemeinde „Le Capitaine de Coepenick“. Im Passage-Theater (in der Berliner Passage Ecke Friedrich-/Behrenstraße) wurde ein Sherlock Holmes in Köpenick betitelter Schwank geprobt und im Deutsch-Amerikanischen Theater (in der Köpenicker Straße in Berlin-Kreuzberg) eine Einlage mit dem Titel Der Hauptmann von Köpenick in die Posse Im Wilden Westen eingebaut. Als der Hauptmann im Zimmer des Bürgermeisters wieder erschien, gestattete er letzterem… […] In der Tat: Der Held von Köpenick, er hat den Zeitgeist richtig erfasst. Im Bahnhofsrestaurant ließ er sich nach Zeitungsberichten „ein Glas Helles kredenzen, das er in einem Zuge leerte“, und verschwand mit der nächsten Bahn in Richtung Berlin. Für seinen Coup hatte sich Voigt aus bei verschiedenen Händlern erworbenen Teilen die Uniform eines Hauptmanns des preußischen 1. Der mit dem Vorgang befasste Leutnant notierte in sein Tagebuch: „Mir bleibt rätselhaft, wie dieser armselige Mensch einmal ganz Preußen erschüttern konnte.“. 8� �8s�Ci��i w�!�t�C��Wa�b�?���8� z�Œt��a��$pMa��@�O�;�B��(�\����e�W�S����#� von LongGoneBy aus Wien am 05.01.2007 Bewertet: Einband Oktober 1906: „Wir merken, dass unsere Vorliebe für militärisches Gepränge und Gepräge, die jedem Preußen im Blute steckt, in den letzten Jahren allzu reichliche Nahrung erhalten hat. Der Mann ist ein Realpolitiker allerersten Ranges. Friedrich Wilhelm Voigt (* 13. Mai 1910 erhielt er einen luxemburgischen Ausweis und siedelte nach Luxemburg über, wo er – nachdem die Häufigkeit seiner öffentlichen Auftritte abgenommen hatte – überwiegend als Kellner und Schuhmacher arbeitete. Den Kassenrendanten von Wiltburg wies er an, einen Rechnungsabschluss zu machen, und erklärte ihm, den Bestand der Stadtkasse beschlagnahmen zu müssen. Bei einem Zwischenhalt in Rummelsburg gab er den Männern Bier aus. Er selbst begab sich unter den Augen einer neugierigen Menschenmenge zurück zum Bahnhof. Genre/Form: German drama Readers Additional Physical Format: Online version: Zuckmayer, Carl, 1896-1977. Über 2.000.000 eBooks bei Thalia »Der Hauptmann von Köpenick« von Carl Zuckmayer & weitere eBooks online kaufen & direkt downloaden! Dezember 2020 um 17:39 Uhr bearbeitet. Zuckmayers Stück behandelt im zweiten und dritten Akt die Zeit um den spektakulären Überfall und im ersten Akt eine fiktive Vorgeschichte, die zehn Jahre vorher spielt. Der Kaiser forderte unverzüglich einen telegrafischen Bericht über die Affäre an. 4 0 obj %��������� Noch einmal kam Voigt im Ersten Weltkrieg mit preußischem Militär in Berührung. Februar 1849 als Sohn eines Schuhmachers in Tilsit geboren. Kurz darauf beschaffte er sich bei einem Herrenausstatter zivile Kleidung und ließ den größten Teil seiner Uniform auf dem Tempelhofer Feld zurück, wo sie von Passanten gefunden wurde. Der „beschlagnahmte“ Barbestand belief sich auf 3557,45 Mark (kaufkraftbereinigt in heutiger Währung: rund 22.000 Euro), wobei 1,67 Mark zum Sollbestand des Kassenbuches fehlten. Vor dem Rathaus in Köpenick wurde 1996 ein Denkmal aufgestellt. Dazu schrieb Voigt später in seiner Autobiografie: „Was soll da alles Gerede, womit man an meinem Vorgehen, ja selbst an meiner Uniform herumkritisiert?! Der Hauptmann von Köpenick ist Carl Zuckmayers erfolgreichstes Bühnenstück. Den ersten längeren Kinofilm produzierte der Drehbuchautor und Regisseur Siegfried Dessauer, der 1926 die skurrile Episode des falschen Hauptmanns unter dem Titel Der Hauptmann von Köpenick mit Hermann Picha in der Titelrolle verfilmte. Mein Lebensbild / Von Wilhelm Voigt, genannt Hauptmann von Köpenick. Das Köpenicker Gaunerstückchen stellt sich dar als der glänzendste Sieg, den jemals der militaristische Gedanke in seiner äußersten Zuspitzung davongetragen hat. Schließlich ließ der falsche Hauptmann den Bürgermeister und den Rendanten von Wiltburg in gemieteten Droschken unter militärischer Bewachung durch einen Gardefüsilier sowie einen von ihm angewiesenen Schutzmann der städtischen Polizei zur Neuen Wache nach Berlin bringen, nachdem er den Gefangenen zuvor das Ehrenwort abgenommen hatte, keinen Fluchtversuch zu unternehmen. Oktober 1906 nahe der damaligen Militärbadeanstalt Plötzensee im Westen Berlins mittags zur Zeit des Wachwechsels auf der Straße einen Trupp Gardefüsiliere (sogenannte „Maikäfer“) an, ließ noch einen zweiten Trupp abgelöster Wachsoldaten vom Schießstand des 4. Tatsächlich hatte er die Art und Weise seines Vorgehens auch bereits während seines letzten Gefängnisaufenthaltes geplant und seinem Zellengenossen Kallenberg davon berichtet, wohingegen sein illegaler Aufenthaltsstatus, den er nach seinen Angaben mithilfe eines gefälschten Passes zu beenden gedachte, erst kurz vor der Tat entstanden war. Stattdessen blieb er als Schlafbursche in einer unangemeldeten Unterkunft in Berlin-Friedrichshain in der Nähe des Schlesischen Bahnhofs. So übernimmt Zuckmayer die (wenig glaubhafte) Selbstdarstellung Voigts, wonach das Motiv für seinen Überfall ausschließlich der Erwerb eines Passes gewesen sei, den er dringend brauchte, um wieder ein normales Leben beginnen zu können. Er wurde als Hochstapler unter dem Namen Hauptmann von Köpenick bekannt durch seine spektakuläre Besetzung des Rathauses der Stadt Cöpenick[1] bei Berlin, in das er am 16. Dieser hatte im Jahr 1906 sich in einer fremden Uniform der Stadtkasse von Köpenick bemächtigt, damals eine Stadt nahe Berlins. �^mJ��ωڇj�����m�+�R/��nWuQf�{@Qa�٬v����\y�y�u�3p�W�QgG�x��,�,:"�\��g�Ѣ67���y�M=BR���kn�ӣz�@j����B������W�k�_p\��퀘Exoy�h����_��P��T��CU$�)���*��¼�J }��Hm���U�ڭ���T�2���8�(OwP�-6��T�9�$+�DE��T��OA ��t�x �/!p��aй���~����]�]�g����+�[��w�+Z�y����+� `]�����][.�z�����ۋ�ۑ�wj�A[^w"��b����{���qe�C*y� ޛǔ�~���7�#A /8.�>O(�Z�Ѡ����V3�%��<1�� �,Dtͭ��n��T$�^7�}T箴�24���L��3g���mQ�:�u�ۤ#�. Diese Seite wurde zuletzt am 30. German postage stamp, 2006 On 16 October 1906, Voigt was ready for his next … Oktober erschien er zum letzten Mal in der Fabrik. Viele sahen in diesem Vorfall ein Symptom für die bedenkliche Rolle des Militärs im Kaiserreich. Da das Amt in Köpenick jedoch keine Pass-Abteilung hatte, stellt sich der Übeltäter – die Stadtkasse fast unangetastet – in Zuckmayers Stück am Ende freiwillig der Polizei und lässt sich für die Zeit nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis einen Pass versprechen. „Mit seiner dreisten Tat machte der falsche Hauptmann den deutschen Untertanengeist in der ganzen Welt lächerlich“,[9] schreibt der Berliner Sachbuchautor Wilhelm Ruprecht Frieling in diesem Zusammenhang. Alltagsphänomene wie die stereotype Frage bei der Arbeitssuche „Wo hamse jedient?“ und das von jedermann verinnerlichte, automatische ‚Strammstehen‘ vor Uniformträgern werden ebenso gezeigt wie groteske und wohl der Phantasie des Autors entsprungene militärische Rollenspiele, die der Gefängnisdirektor seine Sträflinge, darunter auch den sich hier sehr hervortuenden Voigt, zur Feier des Jahrestages der Schlacht von Sedan aufführen lässt. – Der Helm stand ruhig in meiner Wohnung auf dem Tische. Thema des Stücks sind Ausbeutung und die unmenschlichen Lebensbedingungen in Folge der Industrialisierung. Er trägt Uniform, Säbel und Schatztruhe. Ihren besonderen Reiz erhält die Szene dadurch, dass May in seiner Jugend selbst als Hochstapler mehrfach Amtspersonen (vor)täuschte. Ebenfalls zum Jubiläumsjahr 2006 entstand unter dem Titel Das Schlitzohr von Köpenick – Schuster, Hauptmann, Vagabund ein neues Theaterstück über Wilhelm Voigt, das die Autoren Felix Huby und Hans Münch dem Volksschauspieler Jürgen Hilbrecht auf den Leib geschrieben haben, einem Hauptmannsdarsteller, der diese Rolle bereits seit Jahren am historischen Tatort in Berlin-Köpenick verkörpert und die Geschichte Voigts Touristen und geschichtlich Interessierten mit viel persönlichem Engagement näher bringt. Hauptmann von Köpenick. Voigt selbst genehmigte sich nach Aussage des Gefreiten Klapdohr einen Kognak zu 25 Pfennig. Für eine Bereicherungsabsicht spricht auch der Umstand, dass Voigt während der Rathausbesetzung nichts unternahm, was auf eine Suche nach Pässen hindeutet, während „sein ganzes planmäßiges Verhalten den Kassenbeamten gegenüber“ (so die Urteilsbegründung vom 1. Auch einzelne Mitglieder der „Truppe“, die er seinerzeit befehligt hatte, nahmen an den Auftritten teil oder ließen sich mit ihm fotografieren. Innerhalb des Gebäudes berichtet eine Dauerausstellung des Heimatmuseums Köpenick mit zahlreichen Anschauungsstücken über den „Hauptmann von Köpenick“. Daraufhin habe der Truppführer in der Annahme, hier werde ein echter Hauptmann (französisch Capitaine) zu Grabe getragen, seine Leute angewiesen, den Leichenzug mit einer militärischen Ehrenbezeugung für den verstorbenen Offizier passieren zu lassen. Das Haus, in dem er bis zu seinem Tode wohnte, steht nicht mehr. [2] Eine vom Rendanten erbetene Quittung unterschrieb Voigt mit dem Nachnamen seines letzten Gefängnisdirektors („von Malzahn“) und dem Zusatz „H.i.1.G.R.“ (Hauptmann im 1. Mit seiner Truppe besetzte Voigt das Gebäude, ließ alle Ausgänge abriegeln und untersagte den Beamten und Besuchern im Hause „jeglichen Verkehr auf den Fluren“.